LCC CLOUD
Gaussian Splatting ohne High-End-Workstation verarbeiten
Mit LCC Cloud erweitert XGRIDS seinen Workflow für 3D-Scanning und Gaussian Splatting um einen wichtigen Baustein. Statt die aufgenommenen Scan-Daten ausschließlich auf einer leistungsfähigen lokalen Workstation zu rekonstruieren, können kompatible XGRIDS-Daten in die Cloud hochgeladen und dort verarbeitet werden.
LCC Cloud im Überblick
Das klingt zunächst nach einer kleinen technischen Änderung. In der Praxis kann es den Workflow jedoch deutlich verändern. Denn gerade die Rekonstruktion hochwertiger Gaussian-Splatting-Szenen benötigt lokal vergleichsweise leistungsfähige Hardware, viel Arbeitsspeicher und eine geeignete NVIDIA-GPU.
Wichtig ist allerdings eine Einschränkung gleich zu Beginn: LCC Cloud ist kein allgemeiner Cloud-Dienst für beliebige Gaussian-Splatting-Daten. Die Lösung ist Bestandteil des XGRIDS-Ökosystems und richtet sich an Anwender, die ihre Daten mit kompatibler XGRIDS-Hardware erfassen. Aktuell werden insbesondere Geräte wie Lixel K1, Lixel K2, Lixel L2 Pro und PortalCam im Zusammenhang mit Lixel CyberColor und LCC Cloud unterstützt.
Wer seine Gaussian Splats beispielsweise ausschließlich aus Fotos, Smartphone-Videos oder mit Scannern anderer Hersteller erzeugt, kann seine Daten nicht einfach in LCC Cloud hochladen und dort rekonstruieren lassen. Genau diese Bindung an den XGRIDS-Workflow sollte man bei der Bewertung des Dienstes berücksichtigen.
Was ist LCC Cloud?
LCC steht für Lixel CyberColor. Dahinter steckt die 3D-Rekonstruktionsplattform von XGRIDS, die unter anderem Multi-SLAM, LiDAR-Daten, Bildinformationen und 3D Gaussian Splatting miteinander kombiniert.
Der grundsätzliche XGRIDS-Workflow besteht aus mehreren Schritten:
Zunächst wird eine reale Umgebung mit einem kompatiblen XGRIDS-Scanner beziehungsweise einer Spatial Camera aufgenommen. Dabei entstehen nicht nur Bilder, sondern je nach Gerät zusätzlich LiDAR-, Positions- und SLAM-Daten.
Anschließend werden diese Informationen rekonstruiert. Daraus können fotorealistische und räumlich navigierbare 3DGS-Szenen entstehen.
Diese Rekonstruktion konnte bisher vor allem lokal über LCC Studio durchgeführt werden. Mit LCC Cloud lässt sich ein Teil dieses rechenintensiven Prozesses auf die Infrastruktur von XGRIDS auslagern.
Die kommerzielle LCC Cloud ging 2026 aus einer zuvor angebotenen Beta-Version hervor. XGRIDS beschreibt aktuell unter anderem folgende Funktionen:
- cloudbasierte Single-Scene-Rekonstruktion,
- automatische Verarbeitung hochgeladener Scan-Daten,
- Web Viewer,
- Download rekonstruierter Modelle,
- Publish-&-Share-Funktionen.
Damit wird aus dem klassischen lokalen Processing-Workflow ein stärker cloudbasierter Prozess.
Warum ist die Cloud-Verarbeitung bei Gaussian Splatting interessant?
Der eigentliche Scan einer Umgebung ist heute vergleichsweise schnell erledigt. Moderne mobile Scanner können größere Innen- oder Außenbereiche erfassen, während sich die Person mit dem Gerät durch die Umgebung bewegt.
Die Verarbeitung danach ist dagegen wesentlich rechenintensiver.
XGRIDS nennt für LCC Studio in der aktuellen Dokumentation bereits für eine Grundkonfiguration unter anderem 64 GB RAM sowie eine NVIDIA RTX 3060 mit 12 GB VRAM oder eine vergleichbare professionelle GPU.
Für die empfohlene Konfiguration werden deutlich leistungsfähigere Systeme genannt. Dazu gehören beispielsweise ein Ryzen-9-Prozessor sowie eine RTX 4090 mit 24 GB VRAM oder professionelle GPUs mit noch mehr Grafikspeicher.
Bei großen Projekten, Map Fusion oder Aerial-Ground Fusion können laut XGRIDS außerdem 96 bis 128 GB RAM sinnvoll beziehungsweise erforderlich werden.
Das zeigt das eigentliche Problem sehr deutlich: Hochwertige 3DGS-Rekonstruktion ist nicht nur eine Frage der Software. Sie benötigt entsprechende Rechenressourcen.
Mit LCC Cloud verschiebt sich diese Anforderung von der lokalen Workstation auf die Cloud-Infrastruktur.
Man benötigt weiterhin einen Computer zum Organisieren und Hochladen der Daten. Dieser muss die eigentliche Rekonstruktion aber nicht mehr zwangsläufig selbst berechnen.
Das ist besonders interessant, wenn nicht an jedem Arbeitsplatz eine leistungsfähige GPU-Workstation vorhanden ist.
LCC Cloud ist vor allem unterwegs interessant
Ein weiterer Vorteil liegt im mobilen Workflow.
Nach einem Scan mussten größere Datensätze bisher häufig zunächst ins Studio übertragen werden. Dort standen dann die leistungsfähigen Rechner für die eigentliche Rekonstruktion.
Mit LCC Cloud lässt sich dieser Ablauf prinzipiell anders organisieren.
Sind eine ausreichend schnelle Internetverbindung und genügend Zeit für den Upload vorhanden, können die aufgenommenen Daten bereits unterwegs an die Cloud übertragen werden. Die Verarbeitung kann anschließend auf den Servern erfolgen, während die eigene Workstation für andere Aufgaben verfügbar bleibt.
Das bedeutet nicht, dass wenige Minuten nach dem Scan automatisch ein fertiges Modell bereitsteht. Upload, Queue und Rekonstruktion benötigen weiterhin Zeit. Der entscheidende Unterschied liegt vielmehr darin, dass diese Berechnung nicht an einen bestimmten Hochleistungs-PC gebunden ist.
Gerade bei mehrtägigen Produktionen kann das praktisch sein. Ein Datensatz vom ersten Aufnahmetag kann bereits verarbeitet werden, während am nächsten Standort weitergescannt wird.
- Industrieanlagen,
- Gebäude,
- Museen,
- Hotels,
- Veranstaltungsorte,
- Sportstätten,
- Film-Locations,
- Baustellen,
- historische Orte.
Wie funktioniert LCC Cloud in der Praxis?
Der grundlegende Ablauf ist relativ übersichtlich.
Umgebung mit XGRIDS-Hardware erfassen
Zunächst wird die Umgebung mit einem kompatiblen Gerät aus dem XGRIDS-System aufgenommen.
Die Cloud ersetzt also nicht die Datenerfassung. Sie übernimmt den nachgelagerten Verarbeitungsschritt.
Genau deshalb ist die Abgrenzung zu anderen Gaussian-Splatting-Lösungen wichtig: LCC Cloud ist kein universeller Upload-Service für beliebige PLY-, Foto- oder Video-Datensätze. Die Cloud gehört zum XGRIDS-Lixel-CyberColor-Workflow.
Scandaten hochladen
Nach der Aufnahme werden die entsprechenden Projektdaten in LCC Cloud übertragen.
Je nach Projektgröße können dabei beträchtliche Datenmengen entstehen. Für einen mobilen Workflow spielt deshalb nicht nur die Rechenleistung der Cloud eine Rolle, sondern auch die verfügbare Upload-Bandbreite.
Wer mehrere Gigabyte Rohdaten über eine langsame Hotel-WLAN-Verbindung übertragen möchte, wird wenig Freude an diesem Prozess haben. Eine schnelle Glasfaser-, Unternehmens- oder gute mobile Datenverbindung kann den Workflow dagegen erheblich verbessern.
Rekonstruktions-Task starten
Nach dem Upload wird die Rekonstruktion gestartet.
Die eigentliche Berechnung läuft anschließend auf der Cloud-Infrastruktur und belastet nicht die lokale GPU. Für Single-Scene-Reconstruction werden unterschiedliche Qualitäts- beziehungsweise Processing-Modi angeboten.
Ergebnis prüfen
Nach erfolgreicher Rekonstruktion kann das Modell über einen Browser-Viewer betrachtet werden.
Das ist insbesondere für schnelle Qualitätskontrollen interessant. Man erkennt relativ früh, ob die Aufnahme grundsätzlich funktioniert hat oder ob beispielsweise Bereiche fehlen beziehungsweise nochmals gescannt werden sollten.
Modell herunterladen oder teilen
Fertige Ergebnisse können anschließend weiterverwendet werden.
LCC Cloud unterstützt derzeit unter anderem den Download von LCC- und PLY-Daten. Zusätzlich können Modelle über einen Web-Link veröffentlicht und anderen Personen zugänglich gemacht werden.
Für umfangreichere Weiterverarbeitung bleibt LCC Studio allerdings relevant. Die aktuelle Premium-Version von LCC Studio unterstützt darüber hinaus beispielsweise LCC2, USD und 3D Tiles.
Cloud bedeutet nicht automatisch sofortige Verarbeitung
Ein Punkt, den man bei LCC Cloud realistisch berücksichtigen sollte, ist die verfügbare Rechenkapazität.
Der Begriff „Cloud“ vermittelt schnell den Eindruck, dass unmittelbar nach dem Upload unbegrenzte Rechenleistung bereitsteht. In der Praxis funktioniert Cloud-Rekonstruktion aber über verfügbare GPU-Ressourcen und Processing-Queues.
Ein abgeschickter Rekonstruktions-Task muss daher nicht zwingend sofort mit der Berechnung beginnen. Wenn viele Nutzer gleichzeitig größere Datensätze verarbeiten, können Aufgaben zunächst in einer Warteschlange landen. Zur eigentlichen Rekonstruktionszeit kann somit zusätzliche Wartezeit kommen.
Für zeitkritische Produktionen sollte man deshalb nicht davon ausgehen, dass ein Modell zu einem exakt kalkulierbaren Zeitpunkt fertig wird.
XGRIDS veröffentlicht derzeit auf den öffentlich zugänglichen Produktseiten keine garantierten Startzeiten oder verbindlichen Service-Level für jeden Rekonstruktionsauftrag. Entsprechend sollte man bei Projekten mit festen Deadlines einen zeitlichen Puffer einplanen.
LCC Cloud ist zudem noch ein relativ junger Dienst. Die Beta startete Ende 2025, die kommerzielle Version folgte 2026. Es ist durchaus plausibel, dass XGRIDS die verfügbare Infrastruktur bei steigender Nutzung weiter ausbaut. Trotzdem sollte man den aktuellen Dienst eher als flexible Cloud-Rechenressource verstehen und nicht als garantierte Instant-Reconstruction-Plattform.
Diese Einschränkung macht die Lösung nicht weniger interessant. Sie gehört lediglich zu einer realistischen Einschätzung eines solchen Cloud-Workflows.
Lokale Workstation oder LCC Cloud?
LCC Cloud ersetzt LCC Studio nicht vollständig. Beide Ansätze lösen unterschiedliche Probleme.
Eine leistungsfähige lokale Workstation bietet maximale Kontrolle. Nach dem Transfer der Daten ist keine weitere Upload-Zeit notwendig und die eigenen Ressourcen stehen exklusiv zur Verfügung. Außerdem bietet LCC Studio aktuell deutlich umfangreichere Funktionen für komplexe Rekonstruktions- und Exportprozesse.
Der Nachteil liegt im Hardwarebedarf. Wer größere Datensätze regelmäßig verarbeitet, benötigt eine leistungsfähige NVIDIA-GPU, viel RAM und entsprechenden lokalen Speicher.
In der Praxis ist deshalb vermutlich nicht „Cloud oder Workstation“ die interessanteste Frage. Ein hybrider Workflow kann sinnvoller sein: Schnelle Rekonstruktionen und mobile Projekte können über die Cloud laufen. Komplexe Produktionen, Fusionen oder intensive Nachbearbeitung können weiterhin lokal in LCC Studio stattfinden.
- Internetverbindung,
- Upload-Zeit,
- Cloud-Verfügbarkeit,
- verfügbare Processing-Kapazität,
- laufende Lizenz beziehungsweise Processing-Kontingente,
- Datenschutz- und Hosting-Fragen.
Europäische Server und Datenschutz
Bei 3D-Scanning entstehen häufig Daten, bei denen der Speicherort durchaus relevant sein kann.
Ein Scan einer Industrieanlage, eines Unternehmensgebäudes oder einer noch nicht veröffentlichten Location kann sensible Informationen enthalten. Deshalb sollte bei Cloud-Processing nicht nur nach Geschwindigkeit und Kosten gefragt werden.
Relevant sind unter anderem:
- In welcher Region werden die Daten verarbeitet?
- Wo werden Rohdaten gespeichert?
- Wie lange bleiben die Daten erhalten?
- Wer besitzt Zugriffsrechte?
- Können Projekte vollständig gelöscht werden?
- Welche vertraglichen Regelungen gelten?
Aktuelle Informationen von XGRIDS-Partnern nennen Cloud-Infrastruktur in mehreren Regionen, darunter auch europäische Standorte wie Frankfurt und Dublin.
Das kann für europäische Unternehmen interessant sein, ist aber nicht automatisch mit „DSGVO-konform“ gleichzusetzen. Der Standort eines Servers ist nur einer von mehreren Faktoren bei der datenschutzrechtlichen Bewertung.
Gerade bei vertraulichen Gebäuden, Produktionsanlagen oder personenbezogenen Inhalten sollte deshalb vor dem Upload geprüft werden, welche Vertrags-, Speicher- und Löschbedingungen für das jeweilige Projekt gelten.
Was kostet LCC Cloud?
Die offizielle XGRIDS-Produktseite listet die LCC-Cloud-Jahreslizenz derzeit mit 800 US-Dollar. Enthalten ist laut XGRIDS unter anderem die Verarbeitung von bis zu 250 Minuten Scan-Aufnahmezeit pro Monat.
Dabei sollte man beachten, dass diese Minuten nicht der tatsächlichen Rechenzeit entsprechen. Maßgeblich ist die Dauer des aufgenommenen Scan-Materials.
Für Unternehmen, die nur gelegentlich einen Scan erzeugen, sollte deshalb geprüft werden, ob sich ein Jahresabo lohnt. Bei regelmäßigem Einsatz kann die Rechnung dagegen anders aussehen, insbesondere wenn dadurch keine zusätzliche leistungsfähige GPU-Workstation angeschafft werden muss.
Preise, Kontingente und Funktionsumfang können sich bei einem jungen Cloud-Service allerdings schnell ändern und sollten vor einem Projekt erneut geprüft werden.
Fazit: Ein sinnvoller Baustein – innerhalb des XGRIDS-Ökosystems
LCC Cloud löst ein reales Problem im XGRIDS-Workflow. Gaussian-Splatting-Rekonstruktionen benötigen lokal vergleichsweise leistungsfähige Hardware. Mit der Cloud lässt sich diese Rechenarbeit auf externe GPU-Infrastruktur verlagern.
Dadurch kann vor allem das Arbeiten unterwegs flexibler werden. Scan-Daten lassen sich hochladen, während die eigentliche Rekonstruktion unabhängig vom eigenen Rechner läuft. Ergebnisse können anschließend im Browser geprüft, geteilt und für weitere Arbeit heruntergeladen werden.
Man sollte LCC Cloud allerdings nicht mit einer universellen Gaussian-Splatting-Cloud verwechseln. Die Lösung ist an das XGRIDS-System und entsprechende Capture-Hardware gebunden. Für Nutzer anderer Scanner oder beliebiger Foto- und Video-Gaussian-Splatting-Workflows ist sie daher keine direkte Alternative.
Außerdem bleibt Cloud-Processing abhängig von Upload-Geschwindigkeit und verfügbarer Serverkapazität. Rekonstruktionen können in einer Queue warten, weshalb der Dienst nicht als Instant-Processing-System eingeplant werden sollte.
Gerade diese nüchterne Einordnung macht LCC Cloud interessant: Es ist kein Ersatz für jede lokale 3D-Workstation und keine universelle 3DGS-Plattform. Es ist vielmehr eine zusätzliche Processing-Option innerhalb eines immer stärker integrierten XGRIDS-Ökosystems – und kann dort einen bislang recht hardwareintensiven Arbeitsschritt deutlich flexibler machen.
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Weiterführende Quellen: XGRIDS LCC Cloud · XGRIDS LCC Studio Dokumentation
Häufige Fragen zu LCC Cloud
Nein. LCC Cloud ist Bestandteil des XGRIDS-Workflows und verarbeitet Daten kompatibler XGRIDS-Capture-Systeme. Für beliebige Scans anderer Hersteller oder unabhängig erzeugte Gaussian-Splatting-Projekte ist die Cloud nicht als allgemeiner Rekonstruktionsdienst gedacht.
Aktuell dokumentiert sind insbesondere XGRIDS Lixel K1, K2, L2 Pro und PortalCam. Bei älteren XGRIDS-Geräten kann die Unterstützung von Software- und Firmwareversionen abhängen.
Für die eigentliche Cloud-Rekonstruktion nicht. Genau darin liegt der wesentliche Vorteil. Für lokale Rekonstruktionen mit LCC Studio gelten dagegen weiterhin vergleichsweise hohe Anforderungen an GPU, RAM und CPU.
Nicht zwingend. Cloud-Rechenressourcen können ausgelastet sein und Tasks können zunächst in einer Warteschlange landen. Für zeitkritische Projekte sollte deshalb ein Puffer eingeplant werden.
Ja. LCC Cloud unterstützt unter anderem den Download von LCC- und PLY-Modellen. Für umfangreichere Bearbeitung und weitere Exportformate bietet LCC Studio zusätzliche Möglichkeiten.
Partnerinformationen nennen unter anderem europäische Processing-Standorte in Frankfurt und Dublin. Unternehmen sollten trotzdem zusätzlich prüfen, welche konkreten Datenschutz-, Speicher- und Vertragsbedingungen für ihr Projekt gelten.
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